Hotline +49 (0)7461 966 17 - 0

  E-Mail sales@ackermannsurgical.com

  Visit our Online Library

  Change Language to DE

Was macht ein Gynäkologe/eine Gynäkologin?

Was macht ein Gynäkologe/eine Gynäkologin?

Was ist ein Gynäkologe/eine Gynäkologin und was ist Frauenheilkunde? Die Frauenheilkunde beschäftigt sich mit der Prävention (Vorsorge), Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorgane. Das sind die Gebärmutter, die Eileiter, die Eierstöcke und die weibliche Brust bei nichtschwangeren Frauen. Einen besonderen Bereich der Frauenheilkunde stellt die Geburtshilfe dar. Hier werden die Frauen während ihrer Schwangerschaft und bei der Geburt betreut.

Als gynäkologische Erkrankungen oder Frauenkrankheiten werden also jene Krankheiten bezeichnet, die die weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane betreffen. Zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und Frauenbeschwerden gehören die Endometriose, Myome, Wechseljahresbeschwerden, Hormon- und Zyklusstörungen sowie verschiedene Menstruationsbeschwerden wie Regelschmerzen oder das sog. Prämenstruelle Syndrom. Auch entzündliche Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane sind häufige Beschwerden, mit denen die Patientinnen vorstellig werden. Hierzu gehören etwa die Eierstockentzündung, die Gebärmutterentzündung, die Scheidenentzündung (Kolpitis) und die Brustentzündung (Mastitis).

Das diagnostische Leistungsspektrum der Frauenheilkunde umfasst unter anderem Ultraschalluntersuchungen der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane, die Bestimmung von Hormonwerten und die Mammographie. Im Rahmen der Geburtshilfe erfolgen unter anderem Schwangerschaftstests, Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen sowie die vorgeburtliche Diagnostik (Pränataldiagnostik).

Was ist eine Hysteroskopie?

Was ist eine Hysteroskopie und wann kommt sie zum Einsatz? Ist die Untersuchung per Ultraschall nicht ausreichend, um den Auslöser der Beschwerden der Patientin zu finden, erfolgt häufig eine Hysteroskopie.

Die Hysteroskopie ist ein gynäkologisches Untersuchungsverfahren, bei dem die endoskopische Untersuchung und Beurteilung der Gebärmutter erfolgt. Umgangssprachlich wird sie auch Gebärmutterspiegelung genannt.

Sie kann zu diagnostischen, aber auch zu operativen Zwecken eingesetzt werden. In beiden Fällen betrachtet der Arzt das Innere der Gebärmutter mit einem speziellen Endoskop, das durch den Gebärmutterhals eingeführt wird.

In einem ersten Schritt wird nur selten eine Vollnarkose angewendet, da zunächst eine Diagnose erstellt wird. Sollte die Diagnose ergeben, dass es sich um ein umfangreiches behandlungswürdiges Geschehen handelt, wird in der Regel ein weiterer Termin vereinbart.

Ablauf und Risiken einer Hysteroskopie!

Die diagnostische Hysteroskopie ist nahezu nebenwirkungsfrei und kann ohne Narkose und ambulant durchgeführt werden. Der Arzt führt eine Art Hohltrichter (Spekulum) in die Scheide ein und stellt den Muttermund dar. Der Gebärmuttermund wird mit speziellen Instrumenten festgehalten und der Gebärmutterhals (Zervix) falls nötig vorsichtig erweitert. Anschließend wird ein 3-5 mm dünner Lichtstab (das Hysteroskop) über die Scheide in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Da die Gebärmutter im Normalzustand nicht entfaltet ist, wird sie z.B. durch das Einbringen von Gas (Kohlendioxid) oder einer speziellen Spülflüssigkeit etwas aufgedehnt und aufgefaltet. Der Lichtstab ist über eine Videokamera mit einem Bildschirm verbunden. Der Arzt kann auf diese Weise die vergrößerte Innenseite der Gebärmutter und die Abgänge der Eileiter genau betrachten. Mittels einer Gebärmutterspiegelung kann der Frauenarzt mögliche Ursachen für Regelblutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit erkennen. Auch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut oder Myome werden sichtbar. Selten kommt es bei der diagnostischen Hysteroskopie zu kleineren Verletzungen, welche in der Regel problemlos abheilen. Außerdem ist eine kurzzeitige und vorübergehende Störung der sonst üblichen Regelblutungen möglich.

Für die operative Hysteroskopie muss der Gebärmutterhals bis auf acht Millimeter geweitet werden. Deshalb findet sie unter Vollnarkose statt. Da es bei einer Operation immer zu Blutungen kommt, dient die viskose Flüssigkeit nicht nur zur Entfaltung der Gebärmutter, sondern gleichzeitig zum Spülen des Operationsfeldes. Der Arzt/die Ärztin kann während einer Hysteroskopie verrutschte Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung neu positionieren oder entfernen.

Auch das gesamte Abtragen der Schleimhaut (eine sogenannte Schleimhautablation) ist möglich, um bei starken Blutungen eine Gebärmutterentfernung zu vermeiden. Weitere mögliche Indikationen für eine Hysteroskopie sind die Abklärung auffälliger Sonographiebefunde (Ultraschallbefunde) oder Blutungsstörungen bei Verdacht auf Pathologien wie Polypen, Myome oder Karzinome. Bei der Kinderwunschdiagnostik, bei postmenopausalen Blutungen sowie anderen vaginalen Blutungsanomalien kommt die Hysteroskopie ebenfalls zur Anwendung.

Therapeutisch kommt eine Hysteroskopie bei der gezielten Abtragung pathologischer Befunde zum Einsatz (operative Hysteroskopie). Zum Beispiel bei einer Polyp-Abtragung (Zervix- oder Endometrium-Polyp), bei der Resektion submuköser Myome sowie bei der Endometrium-Resektion.

Nicht durchgeführt werden darf die Gebärmutterspiegelung während einer bekannten oder möglichen (bzw. erwünschten) Schwangerschaft. Auch bei einem bekannten Gebärmutterhalskarzinom (Zervix-Karzinom) oder einem hochgradigen Verdacht auf Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) wird in der Regel von der Gebärmutterspiegelung abgeraten. Infektionen im Bereich von Gebärmutterhals oder Gebärmutterschleimhaut sollten vor der Spiegelung behandelt werden und abgeklungen sein. Die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) darf nicht bei Frauen vorgenommen werden, bei denen ein Kinderwunsch besteht. Grundsätzlich ist eine operative Gebärmutterspiegelung ein sehr schonender und komplikationsarmer Eingriff. Über sehr seltene, aber nicht hundertprozentig auszuschließende Komplikationen wir Verletzungen der Gebärmutter, Blutungen, Thrombosen oder Infektionen wird vor dem Eingriff umfassend aufgeklärt.

Quellen:

Diagnostik in der Gynäkologie – amboss.com (Abruf: 15.12.2020)

Gynäkologische Laparoskopie - gynecology-guide.com (Abruf: 15.12.2020)

Operationen mittels Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) - operieren.de (Abruf: 15.12.2020)

Gebärmutterspiegelung/Hysteroskopie – frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 15.12.2020)